Das war die Frage, die vieles bei mir auslöste: Und du Carla, von wem bist du die Tochter? Nein eigentlich war es ihre Antwort: „De Mama, de Papa y de Ann-Sophie“ (Von Mama, Papa und Ann-Sophie) was eigentlich ziemlich süß und lustig klingt hat aber doch auch wohl seine negative Seite, oder findet ihr etwa nicht?
5 Wochen bleiben mir als AuPair noch. Ob ich das AuPair-Sein vermissen werde? Das ist gar nicht so einfach zu beantworten. Denn ich blicke dem Ende dieses Jahres nun mit gemischten Gefühlen entgegen, denn einerseits bin ich traurig, dass ich die Kinder hierlassen werde, und natürlich auch dieser wunderbaren Stadt Barcelona oder auch der Costa Brava, wo ich mich nun öfters aufhalte, den Rücken zukehren muss. Aber andererseits? Das AuPair-sein an sich, denke ich, werde ich nicht vermissen. Ein Jahr Mutter speilen (das hat Carla schon gut verstanden), reicht doch. Denn ich habe manchmal das Gefühl, dass meine Gastfamilie mir zunehmend mehr und mehr Aufgaben aufs Auge gedrückt haben, sodass ich mich wirklich manchmal wie eine alleinerziehende Mutter fühle. Zum Beispiel, gehe ich die Kinder abholen, wenn Pepe zu müde ist und eine Siesta halten will oder er einfach keine Lust hat. Ich stehe am Wochenende morgens für die Kinder auf, denn die Eltern wollen ja auf jeden Fall lange schlafen! „Ann-Sophie was sollen die Kinder heute essen?“ „Ann-Sophie wo ist die Medizin?“ Oder ich werde morgens früher geweckt, um mir nur mal wieder Bescheid zu geben, dass ich heute doch bitte alleine die Kinder fertig machen soll, da Marta unbedingt noch schlafen will. Das sind nur kleine Beispiele, die vielleicht nicht so gravierend wirken möchten, die aber auf Dauer ziemlich ärgerlich sind. Denn für mich heißt es niemals abschalten, denn es gibt ja kein AuPair für das AuPair. Anstelle meiner 30 Stunden, die ich die Woche arbeiten soll, habe ich deutlich viel mehr Arbeitsstunden, denn wenn man mit einer Familie zusammenwohnt ist hier die Differenzierung schwer: wo fängt Arbeit an und wo hört sie auf? Gerade an unseren gemeinsamen Wochenenden in Tamariu kommt es dann vor, dass ich nochnichtmals einen freien Tag habe, der mir ja auch zustehen sollte….
Dementsprechend hat sich jedoch auch eine ziemlich starke Bindung zwischen den Kindern und mir eingestellt. Gerade in der Woche, als ich im Urlaub war, haben Alexa und Carla andauernd nach mir gefragt und alles lief vollkommen schief: so vergaßen die Eltern zweimal in einer Woche Alexa in der Schule!
Tja aber als AuPair lernt man schnell seinen Mund zu halten und zu so ziemlich allem ja und Amen zu sagen, denn schließlich will man es sich ja auch nicht mit der Familie verscherzen. Auf der anderen Seite denke ich mir in solchen Zeiten immer, dass ich ja doch Glück mit der Familie hatte, denn ich mag sie ja alles in allem sehr gern und sie mich. Deswegen will man es sich ja auch auf dem Endspurt nicht mit denen versauen. Aber gespannt bin ich schon, wie es mit dem kommenden AuPair wird, denn mit dem vorherigen gab es genau wegen diesen „Überstunden“ so einen großen Krach, dass sie fast nach Hause geschickt wurde.
Also werde ich das AuPair –sein vermissen? Nein, ich denke eher das Muttersein werde ich nicht vermissen. Die Kinder ab und zu ja! Und natürlich auch Marta, die Gastmutter, die wirklich immer sehr nett zu mir ist. Und natürlich werde ich das Spanische und Barcelona vermissen. Ich werde demnächst nichtmehr so ein Leben führen können. Würde ich das Jahr nocheinmal machen? Definitiv ja! Würde ich es einer Freundin empfehlen? Nochmals ja. Denn alles in Allem gewinnt man so viel, wenn man erstmals alles „verlieren“ muss!
In dem Sinn, machts gut und bis schon bald!
(Alexas Singauftritt zum Abschluss des Schuljahres)
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