Freitag, 7. Januar 2011

Weihnachtsstress

So aber nun vorerst genug von Krankheitsgeschichten, auch wenn das eigentlich meine Hauptbeschäftigung im vergangenen Monat war!
Zurück zu Weihnachten!
Alles fing damit an, dass Marta eines Morgens am Wochenende auf die glorreiche Idee kam den Tannenbaum aufzustellen. Für mich, die es eigentlich gewöhnt ist, dies immer knapp vor und Weihnachten zu tun, war das schon einmal sehr ungewöhnlich. Auch wenn ich es mittlerweile mehr und mehr gewöhnt bin, dass in Spanien alles in letzter Minute erledigt wird (ein Kuchen wird 30 Minuten bevor man zu einer Veranstaltung muss noch gebacken, weil die Kinder dazu Lust haben….) also sollte ich auch an besagtem Tag nicht verwundert sein, dass wir eine Stunde bevor wir losmussten also noch einen Weihnachtsbaum aufstellen sollten! Okay aber wie bitte sollte man einen Weihnachtsbaum in einer Stunde aussuchen, kaufen und aufstellen können?! Naja, irgendwie sollte das also gehen! Ich hatte nämlich die Rechnung ohne unseren Baum hier gemacht! Dieser wurde innerhalb von 5 Minuten von Pepe ins Wohnzimmer gebracht. Und dann verstand auch ich endlich! Es handelte sich um einen Plastikbaum! Na klar…! Da die Stimmung eh schon auf dem Tiefpunkt war (wir befinden uns ja in der Krankheitsphase der gesamten Familie) sank diese noch unter den 0°-Punkt…, denn die knallbunten!!! Lichterketten, die auch schön blinken (ich bekam schon beim ersten Hinsehen fast Augenkrebs) wollten einfach nicht im Baum bleiben….Das sollte nun also mein jährliches Weihnachtsbaumaufstellen sein?! Schade denn eigentlich mache ich dies immer mit meiner Familie, mit Weihnachtsmusik…naja ich kann nur den Satz von allen anderen im Ausland wiederholen-da geht die Tradition flöten;)
Um doch ein wenig Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen, entschloss ich mit Carla und Alexa echte deutsche Plätzchen zu backen! Das war eine wirklich schöne Aktion, die uns allen gut gefallen hat. Zudem waren nach 2 Tagen keine mehr übrig, da Alexa wirklich Gefallen an diesen gefunden hatte
Als der Gesundheitsindex der Familie wieder zu stiegen schien, konnte ich an einem Sonntag die schon so lang geplante Turibusfahrt mit Kathie wahrnehmen. Denn ihre Familie hatte uns zwei Freitickets geschenkt, die wir also am besagten Sonntag einlösten. Das war schon ziemlich cool auf diesen Bussen durch Barcelona kutschiert zu werden, denn zu manchen Highlights kommt man kaum mit der Metro und da wurde uns klar, dass auch ein Jahr viel zu kurz ist, um alles in Barcelona kennenzulernen…Naja vermutlich ist sogar ein ganzes Leben viel zu kurz dafür. Aber das Lustigste ist eigentlich was sich die Spanier in Barcelona ausgedacht haben, um ein wenig vorweihnachtliche Stimmung zu verbreiten. So zieren die Bäume an den Ramblas Lichterketten, die fallenden Schnee imitierten…zudem säumten sämtliche Straßen die nur buntesten Leuchtdeko, die man sich vorstellen kann! Aber irgendwie passt es doch zu dieser verrückten Stadt! Als wir spontan mit dem Bus an einem Weihnachtsmarkt vorbeikamen, ließen wir es uns nicht nehmen bei 20° und Sonne diesen zu besichtigen. Super! Auf diesem Markt konnte ich kaum etwas Vergleichbares zu den Deutschen finden. Eigentlich hätte ich mich ja nicht wundern sollen, denn irgendwoher müssen die Spanier ja ihre kitschige Deko haben;)
Eine wirklich lustige und auch verrückte Anekdote zu Weihnachten ist die Geschichte des „Caga Tiós“ hierbei handelt es sich um einen Holzscheit, auf den ein Gesicht gemalt wird. Dieser wohnt in der Weihnachtszeit im Kamin und wird so viel wie möglich mit allem erdenklich Essbaren gefüttert, damit dieser bis Weihnachten so fett wie möglich wird. An Weihnachten stellt sich dann also heraus, ob er gut genug gefüttert wurde, denn dann „kackt“ er die gesamten Geschenke aus! Leider hat meine Familie diese Tradition nicht durchgeführt, aber dafür Kathies Familie! Besagte „Caga Tiós“ gab es aber dafür in der Schule der beiden Mädchen und auch auf dem Weihnachtsmarkt zu betrachten.
Auch ansonsten wurde der Tag nun noch besser. Es folgte ein Treffen mit Veerle, die auch eine gute Freundin geworden ist. Zusammen mit ihr gingen wir zu einem VIP X-Mas Dinner am Strand. Da wir den Veranstalter mittlerweile auch gut kennen, hat Kathie spontan einen Job angeboten bekommen, den sie vermutlich auch annehmen wird, da sie mit ihrer Familie mehr und mehr unzufrieden ist…komisch wie viele diesen „Job“ nicht durchhalten. Denn für mich steht eins fest: auch wenn es oftmals ziemlich anstrengend ist, macht es mir doch unendlich Spaß, denn ich hab die beiden Mädchen wirklich ins Herz geschlossen und sie mich auch! Zudem muss ich aber auch zugeben, dass ich unendlich viel Glück mit meiner Familie hatte!
Am Freitag ging es dann mit Koffer bepackt in Richtung Barcelona. Dort traf ich mich noch mit Kathie, Veerle und anderen Mädchen aus Kathies Fashion-Uni und wir veranstalteten unser eigenes X-mas Dinner mit typischen Tapas. Im Anschluss daran machte ich mich dann auf den Weg in Richtung Flughafen. Ich war schon den ganzen Tag ziemlich angespannt gewesen, ob denn mein Flieger tatsächlich fliegen würde. Dementsprechend nervös saß ich dann am Gate und hörte nur wie ein Flieger nach dem anderen auf Grund der Wetterlage gecancelt wurde. Aber mein Flieger blieb hart! Pünktlich um 22 Uhr erreichte ich also den Flughafen Köln/ Bonn. Und dann standen sie da: nach vier Monaten konnte ich meine Familie also wiedersehen! Für mich war es rational ziemlich seltsam aber emotional fühlte es sich so an, als wär ich nie weggewesen! Doch was mir ziemlich zu schaffen machte, war das Wetter, auch wenn meine Mutter mir per Skype immer die Landschaft gezeigt hatte, konnte ich mir die Massen nicht vorstellen! Naja die Hauptsache war endlich wieder mal zu Hause zu sein! Endlich konnte man selber auch mal wieder Tochter sein. Zudem konnte ich endlich alle Sachen, die ich vermisst hatte nachholen! Auch wenn die enormen Schneemassen so einige Striche durch manche Pläne gemacht hatten, habe ich die Zeit in Hückeswagen doch wirklich genossen. Sofort als ich also zurück zu Hause ankam, fing für mich Weihnachten an, denn alles war, so wie ich es kannte. Der Adventskalender hing an der Wand, die Weihnachtsdeko war aufgebaut, der Schnee lag (okay vielleicht auch etwas zu viel…)draußen und drinnen knisterte das Feuer. Super! Zudem konnte ich auch einen ECHTEN! Weihnachtsbaum schmücken
Außerdem war es schon erstaunlich was sich so schnell innerhalb von vier Monaten alles so verändern kann. Aber wie gesagt es war, trotz der vielen Termine, wirklich wie Urlaub für mich. Auch verwunderlich zum Beispiel war, dass auf einmal von einer Minute auf die andere alles wieder in Deutsch zu hören war…sehr seltsam
Tja und dann gingen die neun Tage auch schon wieder viel zu schnell vorbei und für mich hieß das wieder in den Flieger in Richtung Barcelona einzusteigen. Diesmal gestaltete sich der Abschied aber nur halb so schwer, da mich demnächst meine Familie besuchen kommt! Also wartete ich im Gate. Nach zwei ein halb Stunden Verspätung konnten wir endlich in den Flieger einsteigen. Doch auch dort mussten wir noch einmal knapp eine Stunde warten, da die Maschine enteist werden musste. Naja mit großer Verspätung ging es dann zurück. Mit dem Bus zurück am Plaza Catalunya angekommen, war es sehr lustig für mich, denn mich haben doch glatt zwei Turisten-Pärchen angesprochen, da sie dachten, ich wäre Spanisch. Dadurch , dass ich mich langsam echt gut mit dem Metro-System in Barcelona auskenne, konnte ich ihnen sogar helfen. Gegen 24 Uhr zurück in Terrassa angekommen, betrat ich mein Zimmer, um meine Sachen abzustellen und dann kam auch schon Alexa zu mir angerannt, die die ganze Zeit auf mich gewartet hatte. So musste ich dann auch noch ihr eine Gute Nacht-Geschichte vorlesen und sie ins Bett bringen. So schnell wird man wieder von der Tochter zum AuPair…schade eigentlich
….Weiteres folgt!
Eure Ann-Sophie





(mit Veerle und Katie)


(Caga Tiós)

(Olymischer Hafen)
(ansonsten alles nette Plätzchen in Barcelona)
(bei dem X-mas Dinner)
(Jippiee Olé das ist Weihnachten!)

(Man meinen Bruder hab ich echt vermisst bei den ganzen Mädels hier;) )

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